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Sparen Sie sich die Erbschaftssteuer! – Die Schenkung mit Nießbrauch

Was ist ein Nießbrauchsrecht?

 

Durch den Nießbrauch kann ein Eigentümer seine Immobilie verkaufen oder vererben, ohne dabei zu Lebzeiten seine Rechte an der Immobilie zu verlieren. Beispielsweise kann er bis zu seinem Lebensende in seiner Immobilie wohnen bleiben oder die Mieteinnahmen für die Immobilie verlangen. Der Nießbrauch kann also als eine Art Absicherung für den Eigentümer gesehen werden. Nach seinem Tod erlischt das Nießbrauchsrecht.

 

Unterschied zum Wohnrecht

 

Der wesentliche Unterschied zwischen Nießbrauch und Wohnrecht besteht darin, dass Nießbrauch auch das Recht einschließt, wirtschaftliche Vorteile aus der belasteten Sache zu ziehen. So kann er die Immobilie beispielsweise vermieten und die Mieteinnahmen einbehalten. Dies ist bei einem Wohnrecht nicht möglich.

 

Berechnung der Steuerersparnis durch eine Schenkung mit Nießbrauch

 

Ein wesentlicher Vorteil des Nießbrauchs ist die Steuerersparnis hinsichtlich der Schenkungs- und Erbschaftssteuer. Dafür betrachten wir folgendes Beispiel:

 

Herr Meyer ist 60 Jahre alt und besitzt ein Haus in München mit einem Verkehrswert von 1.500.000 €. Dieses will er seinem Sohn unter Nutzung des Nießbrauchsrechts schenken.

 

Wie berechnet sich nun der Nießbrauchswert?

 

Dieser wird wie folgt ermittelt:

 

Wert des Nießbrauchs = Jährliche Mieteinnahmen x Faktor der Restlebensdauer

 

Erklärung zu den jährlichen Mieteinnahmen:

 

Ist das Haus vermietet, beziehen sich die jährlichen Mieteinnahmen auf die tatsächliche verlangte Miete. Ist das Haus unvermietet, wird ein realistischer Wert für die Mieteinnahmen des Hauses veranschlagt.

In unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass das Haus selbst genutzt wird und nehmen wir für die monatlichen Mieteinnahmen einen Wert von 3.000 € und für die jährlichen Mieteinnahmen somit einen Wert von 36.000 € an.

 

Erklärung zum Faktor der Restlebensdauer:

 

Die Restlebensdauer wird anhand der Sterbetafel des statistischen Bundesamts ermittelt.

 

Da Herr Meyer 60 Jahre alt ist ergibt sich für unser Beispiel ein Faktor der Restlebensdauer von 21,62 Jahren.

 

Der Wert des Nießbrauchs beträgt also: 36.000 € x 21,62 = 778.320 €.

 

Was bedeutet dies für die allgemeine Steuerlast durch die Schenkungs- bzw. Erbschaftssteuer?

Dafür vergleichen wir ein Szenario der Schenkung ohne Nießbrauch mit dem Szenario einer Schenkung mit Nießbrauch unter Berücksichtigung der derzeit gültigen Steuersätze.

steuerersparnis durch schenkung mit nießbrauch

Es wird deutlich, dass die Steuerlast bei einer Schenkung ohne Nießbrauch mit 209.000 € deutlich über der Steuerlast bei Schenkung mit Nießbrauch mit 48.252 € liegt. Durch eine Schenkung mit Nießbrauch können in unserem Beispiel also 160.748 € an Steuern gespart werden.

 

Dadurch wird deutlich, wie groß die Steuerersparnis durch eine Schenkung mit Nießbrauch sein kann.

 

Bisher haben wir in unserem Beispiel ein Alter von 60 Jahren für Herrn Meyer angenommen.

 

Wie hätte sich die Steuerlast jedoch verändert, wenn Herr Meyer die Schenkung mit Nießbrauch schon in früheren Jahren vorgenommen hätte?

Nachfolgend betrachten wir unser Beispiel unter der Annahme, Herr Meyer wäre zum Zeitpunkt der Schenkung 50 Jahre alt.

Die Steuerersparnis durch den Nießbrauch ist in diesem Fall noch um einiges höher als im Falle einer Schenkung mit 60 Jahren. Statt 35.385 € entsteht in diesem Fall nur noch eine Steuerlast von 1.072 €.

 

Wie verhält es sich mit der Steuerlast, wenn Herr Meyer zum Zeitpunkt der Schenkung 45 Jahre alt gewesen wäre?

Durch den hohen Nießbrauchswert entsteht hier sogar ein negativer Betrag für den Steuerpflichtigen Erwerb. Effektiv bedeutet dies, dass die Steuerlast für die Schenkung mit Nießbrauch bei 0 € liegt. Durch die Schenkung mit Nießbrauch konnte also die komplette Steuerlast von 209.000 € gespart werden.

 

Anbei nochmal eine Übersicht der Steuerlast unter den analysierten Altersannahmen:

Aus dieser Aufstellung wird deutlich, dass sich die Steuerlast drastisch verringert, wenn die Immobilie schon in jungen Jahren durch eine Schenkung mit Nießbrauch an die Kinder weitergegeben wird. Dadurch lässt sich im Optimalfall die komplette Steuerlast im Vergleich zu einer Schenkung/Erbschaft ohne Nießbrauch einsparen.

 

Die Ausgestaltung des Nießbrauchsrechts sollte jedoch genau durchdacht sein. Dazu ist es ratsam, sich rechtliche Beratung einzuholen. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass alle Parteien abgesichert sind und gleichzeitig die maximal mögliche Steuerersparnis erzielt werden kann.

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Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Artikel lediglich um eine kurze Übersicht über die Steuerbelastung beim Immobilienverkauf handelt. Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar und wir schließen somit jegliche Haftung dafür aus. Für eine detaillierte und verbindliche Beratung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.